BDIU / Inkasso Deutschland / Aufgaben der Inkassounternehmen
Inkasso ist psychologisches Einfühlungsvermögen, Taktik und Beharrlichkeit
Die Inkassounternehmen widmen sich den klassischen Aufgaben des Forderungsmanagements: dem Inkasso kaufmännisch angemahnter, noch nicht gerichtlich geltend gemachter Forderungen sowie der Einziehung bereits titulierter Forderungen. Hierzu zählen auch wichtige Kontrollfunktionen und Überwachungsverfahren.
Die Mitglieder des BDIU stellen einen unverzichtbaren Partner der Wirtschaft im Bereich des Forderungsmanagements dar. Sie beraten ihre Auftraggeber als Experten in allen Fragen des Forderungs- und Kreditmanagements. Inkassounternehmen haben nicht nur die Aufgabe schlichter Mahn- und Beitreibungstätigkeit, sondern sie übernehmen die Verantwortung für die wirkungsvolle Durchsetzung fremder Rechte oder Vermögensinteressen, so dass – so das Bundesverfassungsgericht - 1 BvR 423/99, abgedruckt in NJW 2002, 1190 ff – Inkassounternehmen beim Forderungseinzug in allen seinen Formen auch eine entsprechende umfassende Rechtsberatung leisten. Hierzu gehört unter anderem auch die ständige Fristen- und Verjährungskontrolle. Die Mitglieder des BDIU werden zudem laufend über Entwicklungen und Neuerungen informiert, so dass sie stets auf dem aktuellsten Wissensstand sind.
Erfolgreicher als betriebseigene Mahnabteilung
Die Auftraggeber von Mitgliedern des BDIU kommen aus allen Wirtschaftsbereichen. Einige Inkassounternehmen haben sich auf bestimmte Branchen spezialisiert. Im Vergleich zu betriebseigenen Mahnabteilungen können Inkassounternehmen auf deutlich höhere Erfolgsquoten bei vergleichsweise niedrigen Kosten verweisen. Durch das Verlagern der Aufgaben einer betriebseigenen Mahnabteilung auf Inkassounternehmen wird zudem der Auftraggeber entlastet und kann sich mit den hierdurch freiwerdenden Kapazitäten auf den eigentlichen Kernbereich seiner Tätigkeit konzentrieren. Außerdem übergibt er das Forderungsmanagement an Spezialisten, die aufgrund umfangreicher Kenntnisse und Erfahrungen Strategien entwickeln, um die offene Forderung schnellstmöglich zu realisieren. Hierzu gehören auch psychologische Kenntnisse, auf welche Art und Weise der Schuldner zur Zahlung motiviert werden kann.
Der Einsatz von Inkassounternehmen bezweckt zunächst in erster Linie, teure und langwierige Gerichtsverfahren mit anschließender Titulierung zu vermeiden.
Gut für Gläubiger, Volkswirtschaft und Verbraucher
Inkassounternehmen realisieren die Forderungen ihrer Auftraggeber und führen sie dem Wirtschaftskreislauf wieder zu. Pro Jahr sind das zurzeit etwas mehr als 4 Milliarden Euro. BDIU-Mitglieder leisten daher kontinuierlich einen wichtigen Beitrag zur Volkswirtschaft. Auch Verbraucher profitieren von den Erfolgen der Inkassounternehmen. Da jeder Unternehmer seine Preise kalkulieren und auch das Risiko des Forderungsausfalls in diese Kalkulation einfließen muss, kommt ein durch die Einschaltung von Inkassounternehmen geringeres Ausfallrisiko unmittelbar der Preisgestaltung und somit dem Endkunden zugute. Inkassounternehmen leisten somit einen Beitrag zur Preisstabilität.
Mittler zwischen Gläubiger und Schuldner
Ein Inkassounternehmen nimmt eine Vermittlerrolle zwischen Gläubiger und säumigem Zahler ein. So kann das Unternehmen zum Beispiel – in Absprache mit dem Gläubiger – Stundungen gewähren und Teil- oder Ratenzahlungen akzeptieren, deren Eingänge es entsprechend überwacht. Das Verhältnis zwischen Gläubiger und Schuldner wird somit möglichst wenig belastet, so dass der Weiterführung einer positiven Geschäftsbeziehung nichts im Wege steht.
